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Tag 8.15 Abstecher
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Tag 8.26 Abfahrt nach Arosa
Tag 8.26 Abfahrt nach Arosa
Tag 8.10 Parpaner Rothorn
Tag 8.10 Parpaner Rothorn

Route

  • Bellaluna
    1.087 m
  • Filisur
    1.032 m
  • Alvaneu-Bad
    957 m
  • Tiefencastel
    851 m
  • Lenzerheide
    1.473 m
  • Parpaner Rothorn
    2.899 m
  • Gredigs Fürggli
    2.617 m
  • Älplisee
    2.156 m
  • Arosa
    1.775 m
  • Ochsenalp
    1.936 m
  • Tschiertschen
    1.343 m
  • Chur
    593 m
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Heute nur bergab

KARTE ETAPPENFOTOS
Bellaluna - Chur
25 km • + 300 hm • - 3.000 hm

Unsere Tour durch die Alpen neigt sich dem Ende zu. Was angesichts der anrollenden Schlechtwetterfront und unserer körperlichen Verfassung auch ganz OK ist. Die ganze Nacht hindurch hat es in Strömen geregnet. Wir lassen uns beim reichhaltigen Frühstück im Bellaluna (1.087 m) Zeit. Als wir schließlich aufbrechen ist es wieder trocken, aber der Himmel ist durch eine dicke Wolkendecke verhüllt. Heute startet in Davos der K78, der weltweit größte Berg-Ultramarathon. Wir sind rechtzeitig dran, so dass wir auf der Rennstrecke hinab nach Alvaneu-Bad (957 m) fahren können. Hier führt eigentlich eine Straße direkt hinauf nach Lenzerheide (1.473 m). Da aber unsere Motivation heute bergauf zu fahren gleich Null ist, beschließen wir weiter nach Tiefenkastel (851 m) zu fahren, und den Postbus nach Lenzerheide zu nehmen.
Am Busbahnhof bleibt gerade noch Zeit die Trinkflaschen zu füllen, ein bisschen an den Bikes rumzubasteln und schon sitzen wir im Bus. Dieser bringt uns direkt an die Talstation der Parpaner Rothorn-Seilbahn. Inzwischen reißt es immer mehr auf und einzelne Sonnenstrahlen spicken durch die Wolkendecke. Dennoch wissen wir nicht, wie es oben aussieht.
Während der Seilbahnfahrt durchstoßen wir die Wolkendecke. Zwischendurch ist klare Sicht. Oben an der Bergstation (2.861 m) ist jedoch alles wieder in dichten Nebel gehüllt. Wir fahren auf technisch ansprechenden Sektionen auf glitschigem Fels in Richtung Parpaner Weisshorn (2.824 m). Der Nebel verzaubert die Felsen und Berge um uns herum in eine bizarre Landschaft. Wolkenfetzen ziehen zwischen uns und den umliegenden Bergen hindurch.
Irgendwann taucht im Nebel eine Gruppe Alpencrosser auf, die wie wir mit der Seilbahn nach oben gefahren sind. Gemeinsam fahren wir auf einen mit einer Holzkonstruktion komplett umbauten Weg in Richtung Gredigs Fürggli (2.617 m). Ab hier beginnt die Abfahrt durchs Schafälplital hinab zum Älplisee (2.156 m). Inzwischen ist es etwas heller geworden und wir fahren nun nicht mehr im Nebel rum. Der schöne Trail zieht sich lange an der Südflanke des Tschirpen (2.728 m) entlang. Fahrtechnisch ist er nicht allzu anspruchsvoll, was uns bei der herrschenden Feuchtigkeit heute auch ganz gelegen kommt. Das Tal ist schroff und felsig, am unteren Ende kommt bereits der Älplisee ins Bild. Ein Wegweiser am See verspricht uns nun doch noch eine technische Nettigkeit. Uns kommen einige Wanderer entgegen. Wir stoppen um sie vorbei gehen zu lassen, aber sie bleiben lieber stehen und wollen uns zusehen, wie wir die mit Drahtseilen gesicherte Passage mit den Bikes bewältigen werden. Einer dieser Zuschauer holt sogar seinen Fotoapparat aus dem Rucksack, um uns beim Befahren der Schlüsselstelle zu fotografieren. Wir lassen uns Zeit, ich probieren mehrfach die eigentlich unspektakulär wirkende Spitzkehre und mache Fotos von der einfacheren aber eindrucksvolleren Folgepassage.

Harry: Es kamen uns ein paar Wanderer entgegen und kämpften sich die Stufen rauf. Ein älterer Mann schaut uns ungläubig an, und fragt, ob wir da hinunter fahren wollten. Ich nickte zuversichtlich. Er machte einen Schritt, hielt inne, dreht sich nochmals um und fragte ganz nett: „Darf ich Ihnen dabei zusehen?“ Ich sagte ja, warum denn nicht. Darauf hin hat er sich noch bedankt, und uns dann genau beobachtet.

Dann geht es weiter abwärts Richtung Arosa (1.775 m). Der Trail endet direkt an der Talstation der Hörnlibahn. Unseren ursprünglichen Plan hier gleich wieder hinauf zu fahren begraben wir wegen angeblicher Fahrverbote abseits der offiziellen Downhillstrecke (=Schotterweg?) und des sich jetzt doch wieder verschlechternden Wetters.

Harry: Wenn ich nur an den Kassierer denke streuben sich mir die Nackenhaare. Er wollte sogar unsere Unterschriften, dass wir auch brav auf dem dafür vorgeschriebenen Weg wieder ins Tal abfahren

Stattdessen beschließen wir zunächst einmal, eine Mittagsrast in Arosa einzulegen. Während wir eine Portion leckere Spagetti verdrücken beginnt es draußen wieder zu regnen. Bis wir fertig sind hört dieser aber wieder auf und wir könne weiter in Richtung Ochsenalp (1.936 m) fahren. Doch zunächst geht es bis zum Berggasthof Prätsch bergauf, was uns heute irgendwie keinen Spaß mehr bereitet. Der Weg vorbei am Rot Tritt und der Ochsenalpe ist wellig. Mal geht es steil bergab, dann wieder hinauf. Zahlreiche Biker sind hier unterwegs. Dann biegt ein Trail nach Tschiertschen (1.343 m) ab, den wir natürlich befahren wollen. Schnell legen wir ein letztes Mal die Protektoren an und los geht´s.
Der Trail ist unglaublich schön, aber bei der Nässe durch seine vielen Wurzelpassagen fahrtechnisch eine große Herausforderung. Wir spielen mit glitschigen Wurzeltreppen, zirkeln durch enge Serpentinen und können unser Glück, dieses fahrtechnische Highlight ganz ungeplant und unerwartet entdeckt zu haben noch gar nicht fassen. Nach einer schier endlosen Singletrailorgie erreichen wir schließlich Tschiertschen. Ab hier führ zunächst nur eine schmale und durch enge Serpentinen führende Straße in Richtung Chur. Den oben am Hang entlangführenden Wanderweg zu probieren, dazu haben wir jetzt keine Motivation mehr. Kurz hinter Passugg entdecken wir aber noch einmal einen kleinen Trail, der in engen Kehren hinab nach Chur führt. Ein würdiger Abschluss unserer Tour.
Wir fahren direkt zum Bahnhof nach Chur (593 m), unser Zug fährt in 20 min. Es bleibt gerade noch Zeitz im Supermarkt ein paar Kleinigkeiten zu kaufen, die Tickets zu lösen und schon sitzen wir im Zug. Die Bikes werden im Fahrradabteil verstaut, welches selbstverständlich in jedem Schweizer Zug zu finden ist. Wir fahren bis Rorschach (398 m) am Bodensee, radeln gemütlich in den Hafen. Hier steht gerade ein Schiff bereit. Ich frage nach dem Fahrziel, wir fahren auf das Schiff und hinter uns wird der Steg weggezogen…perfektes Timing. Wir sitzen bei einem Bier gemütlich auf dem Sonnendeck und lassen die vergangenen Tage Revue passieren.

Harry: Welch Ausklang einer so eindrucksvollen Tour. Gerade noch die Abfahrt vom Parpaner Rothorn bewältigt, und jetzt liege ich in der Sonne im Liegestuhl, die Füße entspannt auf der Reling plaziert und ein Weizenbier in der Hand ... einfach himmlisch.
Es war eine traumhafte Woche. Mit Carsten und Dave habe ich 2 tolle Mitfahrer gefunden. Es gab kein böses Wort, und wir waren uns so gut wie immer einig. Zogen wir doch alle gemeinsam am gleichen Strang.
Jetzt überkommt es mich schon wieder, das Verlangen auf ein neues Abenteuer ... Yeaaah.

Nach über einer Stunde Überfahrt erreichen wir Friedrichshafen. Mit dem Zug geht es von hier über Ulm und letztendlich nach Aalen.

Tourfazit: Drei Freaks zogen los ein Abenteuer zu erleben, drei Freunde kehren heim.

Letzte Änderung 09.12.2007 | Hits: 3.891 | nach oben